Viele Kräuter unterstützen unsere Gesundheit und unser Immunsystem. Das können wir besonders in diesen schwierigen Zeiten gut gebrauchen. Auf dieser Seite findet ihr Tipps, wie ihr euer Immunsystem stärken könnt. So kann man sich ein leckeres "Gesundheitsmittelchen" selbst herstellen, bzw. diese Kräuter in den Speiseplan einbauen.    

Was uns jetzt unterstützt und in Natur, Garten, dem Markt, oder auch im Naturkostladen zu finden ist:


Bärlauch - jetzt besonders gut!

Bärlauchpesto

blutreinigend, stoffwechselanregend, immunstärkend, vorbeugend geg. Gicht...


100 g Walnüsse hacken oder mit dem Mörser zerstoßen, 2 Handvoll Bärlauchblätter hacken (nie mit dem Mixer, wird sonst bitter!) und dazugeben, Salz, 100 g geriebenen Parmesan, 1/8 l Olivenöl zufügen und mischen.


Wer‘s einfacher mag: Einfach nur gehackten Bärlauch mit Olivenöl bedecken. Anstelle des Bärlauchs kann man auch eine (Wild-)Kräuter-Mischung nehmen, z.B. Spitzwegerich, Petersilie, rote Taubnessel, Gundermann, Schnittlauch.

In kleinen Schraubgläschen hält sich das Pesto mehrere Wochen im Kühlschrank. Muss immer von Öl bedeckt sein!

Lecker zu Nudeln, Gnocchi, Kartoffeln, auf‘s Brot, in die Salatsoße etc.

Beliebt ist auch Bärlauchsuppe. Was viele vielleicht nicht kennen, aber auch sehr gut schmeckt und gut für das Immunsystem ist, ist eine Suppe aus Spitzwegerich. Daher möchte ich diese hier vorstellen.  Spitzwegerich ist vielen als Hustenmittel bekannt, man kann ihn aber auch frisch verwenden, Voraussetzung ist natürlich, dass man ihn sicher erkennen kann. Nie Kräuter verwenden, die man nicht sicher bestimmen kann. Wer Spitzwegerich nicht verwenden kann oder mag, ersetzt ihn in dem folgenden Rezept durch Bärlauch ;-) 

Spitzwegerichsuppe

gut für Knorpel und Knochen, gewebsfestigend (Kieselsäure), pilz-, bakterien- und virenhemmendes Aucubin (Glycosid) 


1 Zwiebel würfeln und in Butter in einem Topf andünsten. Eine handvoll junge Spitwegerichblätter und 4 Blätter Maggikraut (alternativ Petersilie) waschen, fein hacken, mit 1 gewürfelten Knoblauchzehe in den Topf geben und kurz mitdünsten. 1 -2 gewürfelte Kartoffeln zugeben. Mit 400 ml Gemüsebrühe und 200 ml Sahne ablöschen. Auf niedriger Temperatur köcheln bis der Wegerich weich ist. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Bei Bedarf mit etwas Mehl binden. 

Wer eine vegane oder lactosefreie Variante bevorzugt, ersetzt die Sahne dementsprechend durch Kokosmilch oder ähnliches. 


Aus Spitzwegerich kann man ganz einfach einen Sirup herstellen, der sehr lecker schmeckt und das Immunsystem unterstützt. Täglich als Kur ein Schnapsgläschen voll zu sich nehmen oder als Süßung für Smoothies, Joghurt etc. verwenden. 
 
Spitzwegerichsirup

Spitzwegerich schützt die Schleimhäute durch Schleimstoffe und Gerbstoffe   
 

2 Maßkrüge Spitzwegerichblätter auf 1 Liter Wasser, ca. 15 min kochen. Filtern und mit Honig süßen (450 bis 750 g Honig). In sterile kleine Schraubgläser füllen, hält sich ähnlich gut wie Marmelade.



Ähnlich herzustellen ist Löwenzahnblütensirup. Dieser Sirup sollte nicht zu dickflüssig werden, da er sonst kristallisiert. Er sollte aber auch nicht zu dünnflüssig werden, dann kann man ihn ähnlich wie Honig auf's Brot streichen. 
Löwenzahnblütensirup

entgiftend, stoffwechselanregend, stärkend ...

In der prallen Sonne 200 g Löwenzahnblüten ernten (direkt unter den gelben Blüten abschneiden). Auf Küchenpapier ca. 1 Stunde liegenlassen (z.B. im Keller), damit Käferchen Zeit haben zu flüchten. 



Dann die Blüten mit 2 aufgeschlitzten Vanilleschoten und 3 in Scheiben geschnittenen Biozitronen oder Bioorangen in 3 l Wasser kurz aufkochen, dann den Herd ausschalten und alles bis zum nächsten Tag stehenlassen. Am nächsten Tag oder nach ein paar Stunden alles durch ein mit einem Tuch ausgelegtes Sieb (oder einen Kaffeefilter) filtern. In einem Topf mit 3 kg Zucker 1 ½ Stunden leise vor sich hin köcheln lassen. Heiß in Schraubflaschen geben. Ist prima zum Süßen von Tee, Smoothies oder Obstsalat – oder je nach Konsistenz auch auf dem Brot.

Meerrettich und andere Kreuzblütler (Kresse, Rucola, Kohlsorten, z.B. Grünkohl, Schwarzkohl) besitzen Senfölglycoside, Scharfstoffe, die antimikrobiell, antioxidativ und immunstärkend wirken.  
Aus Meerrettich lässt sich ein scharf- aber wohlschmeckendes immunstärkendes Mittel herstellen. 
Meerrettichhonig

gut für Atemorgane und Harnwege, antimikrobiell, immunstärkend


Ein Stück Meerrettichwurzel fein reiben und mit etwa der doppelten Menge Honig in ein Glas lagenweise schichten. Einen Tag durchziehen lassen und dann durch ein Sieb abpressen. Im Kühlschrank aufbewahren. Hält sich im Kühlschrank 1 - 2 Wochen. 

Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass sich der Meerrettichhonig wesentlich länger hält, jedoch siebe ich ihn nicht ab, sondern lasse den Meerrettich drin, das ist aber Geschmacksache.

Für eine Kur (maximal 7 Tage) täglich 1/2 bis 1 Tl einnehmen. 

Ich persönlich handhabe das nicht so strikt und regelmäßig, also nicht täglich, sondern strecke das ganze über einen längeren Zeitraum, da ich den Honig mit anderen "Mittelchen" im Wechsel einnehme. Zum Beispiel im Wechsel mit der Gesundheitspaste (Rezept siehe Seite "einfache gesunde Rezepte"). 
Eine einfache und leckere Möglichkeit, immununterstützende Kräuter einzusetzen, ist selbstgemachte Kräuterbutter, Wildkräuterpesto, Kräuterquark, Kräuter in Salaten und natürlich auch in Smoothies und Mixgetränken. Aber bitte nur die verwenden, die ihr sicher bestimmen könnt. Bei Schwangerschaft und auch bei Gesundheitsproblemen (z.B. Gallenproblemen) bitte immer Arzt oder Apotheker fragen. Manche Kräuter können zum Beispiel abtreibend oder blutverdünnend wirken. 

Kräuter für das Immunsystem:

- Bärlauch und sonstige Zwiebelgewächse (Knoblauch,  Zwiebeln, Lauch)
- Petersilie: Hoher Vitamin C-Gehalt, Vitamin C ist hitzeempfindlich, daher möglichst nicht mitkochen.
- Gundermann: Ätherische Öle (antibakteriell, antiviral, Schutzstoffe).
- Rote Taubnessel: Zellschützende Pflanzenfarbstoffe (Anthocyane). 
- Vogelmiere: Kennen die meisten eher als Unkraut ;-) hat aber viel Vitamin C, Mineralsalze, Zink, Eisen und ätherische Öle und schmeckt überraschend gut. 
- Spitzwegerich: Ausgezeichnet gegen Husten, schützt die Schleimhäute (Schleimstoffe, Gerbstoffe), Asthma, Lungenentzündung, antibiotisch, entzündungshemmend.
- Brennessel, mein Gesundheitsfavorit schlechthin: immunstärkend, vorbeugend gegen Allergie und Heuschnupfen, gegen Gelenkbeschwerden, unterstützend bei Virus- und Bakterienerkrankungen, gut für Leber und Galle, vitalisierend und blutbildend, Kieselsäure, Vitamin C, Provitamin A, Eisen.
- Löwenzahn: Gut für Gelenke, regt Bauchspeicheldrüse und Galle an, stärkend, Kalium, Mineralsalze.
- Salbei: Wirkt keim- und entzündungshemmend, ätherische Öle, Bitterstoffe, Zink. 
- Thymian: Ätherische Öle, Gerbstoffe, gut für Schleimhäute, stärkend.
- Ysop: Stimuliert Abwehrkräfte, gegen Husten.
- Holunderbeeren: Anthocyane (Farb- und Schutzstoffe in Pflanzen, die auch in Heidelbeeren, roten Trauben und schwarzen Johannisbeeren vorkommen) bieten auch uns Zellschutz. Holunderbeeren nie roh verwenden, sondern einen Saft kochen bzw. in Reformhaus oder Apotheke nach fertigem Holunder-Saft fragen. 
- Holunderblüten: Immunanregend. Tipp: Sehr lecker sind Holunderblüten mit Erdbeeren.
- Meerrettich: Vitamin C, Senfölglycoside (Scharfstoffe), die antimikrobiell, antioxidativ und immunstärkend wirken, gut für Atemorgane und ableitende Harnwege.


Kräuterbutter

am besten mit einer Auswahl an immununterstützenden Kräutern :-) 

Mein Kräutertipp (siehe Foto rechts): Bärlauch, Pulmonaria (Lungenkraut), Zitronenmelisse, Spitzwegerich, Gundermann und rote Taubnessel (Blüte, Stengel, Blätter), Pimpinelle, Schnittlauch.  

Die Kräuter mit dem Wiegemesser fein hacken. Die Butter sollte Zimmertemperatur haben. 1/2 Päckchen Butter mit dem Knethaken der Küchenmaschine mit den Kräutern, etwas Salz und Zitronensaft mischen.

Alternative: Anstatt mit Butter mit einem hochwertigen Öl ein Pesto herstellen. 
Meine geliebten Smoothies dürfen natürlich auch nicht fehlen ;-) Auf einfache Weise kann man so für seine tägliche Vitamin- und Vitalstoff-Auffüllung sorgen. 
Momentan gut geeignet sind z.B. Brennessel und andere gesundheits- und immununterstützende Kräuter (z.B. siehe Liste oben), auch grüne Blätter von Kohlsorten, rote Beeren. Als zusätzliche immununterstützende "Würze" eignen sich auch unsere selbst hergestellten Gesundheitsmittel der obigen Rezepte, Ingwer, Kurkuma, Sanddornsaft, Sanddornhonig, Holundersaft, Aroniabeerenpulver etc. 
Birnen-Beeren-Smoothie mit Brennessel

rote Pflanzenfarbstoffe für Zellschutz, vitalisierende und (immun-)stärkende Stoffe aus der Brennessel

4 El gefrorene Beeren (z.B. rote Johannisbeeren oder Beerenmischung) in den Mixer geben. 1 Birne entkernen und schälen (bei Bio reicht gut waschen und entkernen).  


Brennessel mit Handschuhen ernten. Damit die Brennhaare kaputt gehen, wasche ich die Brennesselblätter in einer Schüssel, wobei ich sie mit einem Esslöffel gegen den Schüsselrand drücke. Gewaschene Brennesselblätter auf die Beeren geben. Mit Wasser auffüllen. 1 Tl Honig oder Sanddornhonig dazugeben und mixen.   

Tipp: Schmeckt anstatt mit Wasser auch ausgezeichnet mit Kokoswasser oder Hafermilch.
Und wem Brennessel zu "wild" ist, der nimmt stattdessen Petersilie.